Traurig Sein

In den letzten Wochen und Monaten bin ich wirklich wenig traurig. Im Gegenteil, ich genieße die Zeit mit HerrnBitte, zu Hause, mit Freunden oder auf der Arbeit. Wenn man mich im Alltag beobachten würde, könnte man fast meinen, alles wäre in bester Ordnung. Ich frage mich manchmal, ob es eine Fassade ist, die ich mir sorgfältig aufgespachtelt habe, denn sobald ich beispielsweise jemandem von unserer Situation erzähle, kommt sie wieder, die Trauer. Dann merke ich, wie mir die Tränen kommen und der Hals ganz eng wird, die Stimme wird brüchig und ich versuche mich zu beherrschen nicht zu weinen. Manchmal überkommt sie mich auch einfach ganz plötzlich und unvorhergesehen. Mit ihr kommen dann auch die Verzweiflung und Wut. In solchen Momenten merke ich, wieviel Trauer und Angst da noch in mir schlummern und ich frage mich, ob ich vielleicht im Alltag zu viel davon wegschiebe und verdränge. Müsste ich nicht auch dem Traurigsein einen gewissen Platz einräumen und diese Gefühle zwischendurch auch mal aushalten?

Irgendwie fühlt es sich trotzdem falsch an, von einer Fassade zu sprechen, denn in den Alltagsmomenten bin ich wirklich zufrieden und glücklich…nur sobald der Fokus dann auf den Kinderwunsch gelenkt wird, kippt mein Gemütszustand.

Wie finde ich die richtige Balance? Oder hab ich sie vielleicht sogar schon gefunden?

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4 Gedanken zu “Traurig Sein

  1. Liebe FrauBitte,
    auch ich kann mich noch an diese Traurigkeit erinnern, die lange tief in mir geschlummert hat. Es braucht seine Zeit, bis sie – so war es bei mir – verschwunden ist, sich aufgelöst hat, nicht mehr hervorkroch aus den Niederungen, in die ich sie geschoben hatte. Erst als meine Kinder da waren und ich begann in meiner „anderen“ Mutterolle anzukommen, verschwand die Trauer irgendwann gänzlich. Heute kann ich sagen, wenn ich Schwangere oder Säuglingsmütter sehe: „Ich habe nichts verpasst. Ich bin einen anderen Weg gegangen und das ist gut so. Es war eben mein Weg, Mutter zu werden.“ – Ich habe aber auch sehr viel Auseinandersetzung mit dieser Traurigkeit gebraucht, um durch sie hindurch zugehen und sie irgendwann abzulegen. Doch dafür muss die Trauer nicht immer präsent sein. Es ist schön und gut, auch die anderen Seiten im Alltag zu sehen und zu spüren. Wenn Du sie nicht schon gefunden hast, es wird der Tag kommen, wo Du die „richtige“ Balance findest.
    Charlotte

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  2. Umma schreibt:

    Liebe Frau Bitte, ich denke du bist auf einem guten Weg. Es ist wunderbar, dass es Zeiten des Glücks und der Zufriedenheit bei dir gibt und dass dein Leben soo reich ist. Und es ist gut, Traurigkeit, Wut und Tränen zu zulassen, wenn sie kommen und Dir möglichst viel Gutes zu tun in den schlimmen Phasen. Beides hat seine Berechtigung. Ich wünsch dir viel Glück beim Halten der Balance. Umma

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    • Liebe Umma,

      vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Manchmal ist es schwer mit der Balance, aber ich versuche es! Gerade klappt’s ganz gut.
      Ich drücke Dich fest!
      FrauBitte
      PS: Ich habe das Gefühl, ich müsste die ein oder andere Silbe noch vertauschen, kann das sein?!:-*

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