Checkliste Adoption -Es geht los. Was ist zu tun?

Wenn es losgeht und endlich der langersehnte Anruf vom Jugendamt kommt, spielen die Gefühle verrückt. Für mich gab es kaum eine Situation im Leben, die mich emotional so aus der Bahn geworfen hat…unbeschreibliche Freude, Unglaube, Angst..das totale Gefühlschaos. Und in all dem Chaos kommt ganz schnell der Gedanke „Oh mein Gott, was brauchen wir? Was müssen wir jetzt als nächstes tun? Was müssen wir wo besorgen?“. Ich war damals sehr froh, dass ich mir bereits während der Wartezeit Gedanken  Checklisten gemacht habe, denn Zeit für Einkaufslisten und Orgalisten, hatten wir kaum. HerrBitte hingegen konnte sich während der Wartezeit nicht mit solchen Dingen auseinandersetzen, es war ihm zu schmerzhaft. Mir hingegen hat es gut getan, schonmal ein bisschen zu träumen, was wir später mal kaufen könnten. Also durchwühlt das Internet und schaut schonmal, was Euch gefällt. Bei den meisten OnlineBabymärkten kann man Wunschlisten oder Merkzettel anlegen!

Für alle, denen es ähnlich wie HerrnBitte ergeht und die ganz plötzlich alles erledigen müssen, habe ich nun meine damals erarbeiteten Checklisten. Vielleicht hilft sie ja dem ein oder anderen Adoptivelternpaar. Ich kann natürlich nicht versichern, dass sie vollständig sind und jeder hat ja auch ein bisschen seine eigenen Vorstellungen von dem was wichtig ist und was nicht. Für Ergänzungen, Tipps und Anregungen bin ich also definitiv dankbar. Schreibt Eure Ideen und Erfahrungen gerne in die Kommentare.

  1. Alles rund um die Erstausstattung und die ersten Besorgungen findet ihr hier.
  2. Hebamme: Sucht Euch so rechtzeitig wie möglich eine Hebamme. Sie hilft Euch gerade in der ersten Zeit zu Hause ungemein. Auch wenn es kurzfristig ist, lasst Euch nicht entmutigen. Manchmal ist es sogar kurzfristig leichter eine Hebamme zu finden, als Monate vor der Geburt. Hier findet ihr ein bundesweites Hebammenverzeichnis, das Euch bei der Suche helfen kann. Auch bei kidsgo gibt es ein bundesweites Hebammenverzeichnis. Manchmal hilft auch das Jugendamt bei der Hebammensuche.
  3. Geburtsurkunde beim Standesamt beantragen. Das hat bei uns das Jugendamt übernommen.
  4. Anmeldung beim Einwohnermeldeamt mit Sperreintrag. Auch das hat bei uns das Jugendamt gemacht.
  5. Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen
  6. Elterngeld beantragen: Im Internet gibt es Onlineformulare, die ihr Euch ausdrucken könnt. Das spart Rennerei!
  7. Kindergeld beantragen (Geburtsurkunde benötigt). Auch hier gibt es online Formulare!
  8. Anmeldung bei der Krankenkasse „Antrag auf Familienversicherung“. Die Krankenkassen benötigen hierfür in der Regel keine Geburtsurkunde. Mit etwas Hartnäckigkeit kann man also das Kind schon auf den eigenen Nachnamen anmelden (normalerweise dauert es einige Monate bis die Adoption rechtskräftig ist und das Kind den Nachnamen der Adoptiveltern annimmt. Bis dahin trägt es den Namen der leiblichen Mutter). Dies schützt die Privatsphäre Eures Kindes bei Arztbesuchen und verhindert Fragen und Missverständnisse, wenn ihr als Mutter oder Vater beim Kinderarzt mit dem Nachnamen der Bauchmama aufgerufen werdet.

Schaut doch mal bei Adoption-unser-Weg.de  vorbei, dort gibt es tolle und hilfreiche Infoblätter zum Ausdrucken.

Ansonsten noch ein ganz besonders wichtiger Hinweis:

Macht Fotos und Videos, schreibt Tagebuch, füllt Babybücher und Babyalben und haltet alles so genau wie möglich fest. An Vieles erinnert man sich später vielleicht nicht mehr ganz so genau, insbesondere, wenn alles ohnehin schon furchtbar aufregend ist. Für Euer Kind und für Euch entstehen dadurch später tolle Erinnerungen an diese Zeit. Schreibt auch Informationen zur Herkunft des Kindes so detailliert und ausführlich auf, wie nur möglich. Oftmals sind diese Infos die einzige Verbindung Eures Kindes zu seinen Wurzeln!

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7 Gedanken zu “Checkliste Adoption -Es geht los. Was ist zu tun?

    • Liebe Kathi,

      ich versuch’s mal😉: bis so eine Adoption abgeschlossen ist, vergeht einige Zeit. Bis dahin trägt das Kind den Namen der leiblichen Mutter. Um die Privatssphäre des Kindes und auch der leiblichen Mutter zu schützen, dürfen diese Informationen nicht eingesehen werden.
      Hoffe, das klingt plausibel und ich konnte Deine Frage beantworten?
      Liebsten Gruß

      Gefällt 1 Person

  1. Fräulein Ka schreibt:

    Oh man, bei uns ist es jetzt auch schon über ein halbes Jahr her, dass unser Leben auf einmal Kopf stand.
    Sehr gute Idee mit der Liste!
    Dadurch, dass wir schon ein größeres Kind hatten, war das ein oder andere wenig problematisch. Aber eine Adoption ist in vielen Punkten dann doch nochmal was anderes als die Geburt eines leiblichen Kindes und wir hatten leider das Pech, dass unsere Ämter verschlafen waren und wir lange warten mussten auf Kinder- und Elterngeld und dass wir für wirklich alles immer wieder nachhaken mussten. Das war ärgerlich und hat unnötig Nerven gekostet. ..
    Von daher umso besser, wenn man sich im Vorfeld schon mal mit so einer Checkliste auseinandersetzt und dann einfach nur abarbeiten kann😊
    Liebe Grüße
    PS: Übrigens sehr schön, dass du wieder schreibst!

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