BitteNicht#16

Noch im Krankenhaus sagt die Mutter von BabyBittes Zimmernachbar:

„Also der Kaiserschnitt bei mir war ja vielleicht schrecklich, ich blute ja immer noch wie verrückt, wenn ich auf die Toilette gehe und das Wundwasser mussten die Ärzte mir absaugen mit so nem Gerät…“

Den Rest erspare ich Euch lieber. Mensch Meier, so Frauen nach der Geburt kennen echt keine Hemmschwellen. Vielleicht muss ich mir auch noch ne richtig gute Story einfallen lassen…

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22 Gedanken zu “BitteNicht#16

  1. Wie wahr! Und das Schlimmste ist, es hört auch nicht auf. Auch Jahre nach dem Geburtserlebnis wird darüber immer und immer wieder hemmungslos erzählt. Als wäre es eine traumatische Erfahrung, die auch noch Jahre später verarbeitet werden muss. In Anbetracht dessen bin ich oft so froh und dankbar, dass mir das erspart geblieben ist. 😉 Liebe Grüße Charlotte

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    • Erzählst Du, dass Eure Kinder adoptiert sind, wenn Du nach der Geburt etc. gefragt wirst? Ich frage mich wirklich, wie ich das machen soll, denn eigentlich möchte ich nicht jedem unsere Geschichte erzählen. Aber mir ein Lügenkonstrukt aufbauen find ich auch total doof. Mmmh🤔
      Habt ein tolles Wochenende!
      LG

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      • Das ist durchaus eine schwierige Frage. Inzwischen sind wir dazu übergegangen, nichts mehr zu sagen. Also weder zu lügen, noch offensiv die Adoption zu erzählen. Sondern einfach in solchen Situationen soweit es geht zu schweigen. Manchmal oder häufig kann man auch Kommentare und Fragen einfach unbeantwortet im Raum stehen lassen. – In einem meiner nächsten Blogeinträge geht es auch genau darum. – Doch das zieht sich bis heute durch. Erst neulich hatte ich so eine Situation. Es ging um den (echten) Geburtstag meines Sohnes. Eine Mutter: „Das hättest Du aber auch besser timen können mit dem Geburtstermin.“ Ich: „Da hatte ich keinen Einfluss drauf.“ Sie: „War das der ausgezählte Termin?“ Ich: „Das weiss ich nicht.“ Sie: „Ah, okay, das weisst Du nicht mehr…“Ich schweige darauf. Vielleicht ist das ein ganz gutes Beispiel, wie man Dinge einfach auch im Raum stehen lassen kann. Wir müssen nicht alles erklären und uns nicht für alles rechtfertigen. Und letztendlich sollen unsere Kinder entscheiden, wem sie ihre Geschichte erzählen und wem nicht. – Ausnahme sind natürlich alle öffentlichen Behörden, Einrichtungen, Ärzte etc. Da haben wir und sagen wir bis heute immer, dass unsere Kinder adoptiert sind. Aber auch da gibt es dann für mich inzwischen amüsante Begebenheiten. Erst neulich beim Kinderarzt. Da untersuchte der Kollege in Vertretung. Aus der Akte hätte er sehen müssen, dass Maxim adoptiert ist. Dennoch guckte er ihn prüfend an, dann mich. Dann: „Die Nasenpartie hat er aber nicht von Ihnen.Kommt wohl nach Ihrem Mann.“ Ich:“Nein, weder noch. Wenn dann nach seiner russischen Mutter oder seinem russischen Vater.“ Verlegenes Schweigen auf der Seite des Arztes. Das mal so als Gedankenanstoss von mir zu einem für Euch hoffentlich wunderbaren Wochenende.
        Liebe Grüße Charlotte

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  2. s schreibt:

    Hallöchen, ja, das hört irgendwie nie auf… Eine andere ado-Mutter (unsere Kids sind 5 !!!! Jahre) erzählte mir ähnliches… Viele identifizieren und glorifizieren sich als „Mutter“. Habe 2015 2 Freundinnen gehen lassen müssen die mir armen unfruchtbaren adoptivmutter nicht sagen konnten dass sie schwanger sind. Bei jedem gv und gemessenen Eisprung bei kiwu oder auch Abtreibung hatten sie leider keine Hemmungen… 😦
    L g, S

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    • Liebe S., ja das ist immer eine schwierige Sache wie andere mit dieser besonderen Situation umgehen. Manchmal ist es dann vielleicht tatsächlich besser getrennte Wege zu gehen😕
      In meinem Fall wusste die Frau aber nicht, dass wir adoptiert haben. Sie wollte sich wahrscheinlich einfach nur austauschen. Ich finde es nur so merkwürdig, dass man mit fremden Menschen solche Intimitäten besprechen möchte 😳
      Naja, irgendwie werden wir uns da schon durchwuseln 😀
      Habt ihr Zwillinge adoptiert?
      GLG

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      • S schreibt:

        Nein, aber dem Jahr wurden innerhalb von 5 Monaten 3 Babys zur ado freigegeben und wir 3 ado-Mütter/Familien sind mittlerweile befreundet und unsere Kids gleich alt (bis auf ein paar Wochen Altersunterschied). Das tut gut sich auszutauschen… Wir armen unfruchtbaren unter sich 🙈 😉

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  3. S schreibt:

    Bei unsrem PEKIP wussten schon fast alle dass unser Baby adoptiert ist (naja richtig adoptiert war sie ja erst mit 2,5 Jahren… Lange Geschichte…) das spricht sich ja gerne im Ort herum… Aber bei fremden weiche ich bei fragen aus, ist ja kein Problem. Mal witzig : „och das habe ich voll verdrängt das Thema Geburt, ich rede mir ein unser Kind hat der Storch gebracht“ 😉 und themawechsel. Oder ein etwas arrogantes und prüdes „das ist mir nun zu intim“ 😉 je nach Lust und Laune. Es sind einem ja nicht alle Leute sympathisch und die netten klärt man mit den Jahren mal auf… 👍🏻

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    • s schreibt:

      Es sind halt viele Tabuthemen mit denen viele Leute nicht klarkommen… Was? Du kannst keine Kinder bekommen? Wer gibt so ein goldiges, gesundes Kind her? (Xxx mal gehört als sie unsere ado Tochter sahen)? Wie du bist traurig weil du xxx Kinder verloren hast? Dann klappt es halt beim nächsten mal (nö klappt nicht; Inlands und auslandsadoption gescheitert und Fehlgeburt). Ich könnte ein Buch schreiben… Wenn ich mal wieder Kraft habe mache ich das aber ansonsten reichen mir 3 „verlorene“ Kinder innerhalb weniger Monate und das Unvermögen vieler Familienmitglieder und vermeintlicher ehemaliger Freunde. Immer dieses luxusgejammer… Alle haben gesunde, lebende Kinder und es wird gejammert am laufenden Band. Kotz… Sorry… Das musste mal raus… Ich provoziere ja gerne und sage dann gerne: „ja, hartes Schicksal ein gesundes Kind zu haben etc. oder 2 gesunde Kinder zu haben etc…“ Oder „ach, wenn es dir Zuviel ist, wir nehmen gerne noch ein weiteres Kind auf“ etc…

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      • Ich jammere aber auch nicht über meine Geburt. Ich fand sie, im Verhältnis vermutlich, eine schöne Erfahrung. Mal abgesehen davon das mein Kind tot war. Mit Sprüchen und Kommentaren habe ich auch zu kämpfen. Aber das einzige was mir von meinem Kind bleibt ist die Geburt und es klang für mich gerade eher als wäre es ein Unding darüber zu reden. Als die Mädels aus meiner Monatsgruppe anfingen sich über schlaflose Nächte zu beschweren habe ich geschrieben „Wollen wir tauschen?“. Sofort war Ruhe.

        Es ist übrigens nicht so das es ein einfacher Weg war. Ich hatte auch schon 2 FGs und einen jahrelangen Weg hinter mir. Für Adoption waren wir laut JA „zu alt“. Ich habe mich jahrelang mit all diesen Kommentaren herum geschlagen, mit jeder neuen Situation kam noch ein Schippchen oben drauf.
        Ich gebe auf das Gejammer nix mehr. Ich denke mir nur immer „wenn die wüßten..“ denn Tabuthema hin oder her, die können es nicht nachvollziehen. Die waren nie in der Situation, die haben ihre relative Sichtweise.. weil sie nichts schlimmeres kennen. Oder sind nicht empathisch genug sich mal in andere hineinzufühlen oder überhaupt auf die Idee zu kommen das jemand daneben steht dem es weitaus schlechter erging und der froh wäre über alles worüber manch anderer jammert.

        Vorwerfen kann man aber niemandem das man selber nicht bekommt was man will. Ich rolle auch mit den Augen und lächle mitleidig, wenn sich jm. über stinkende Windeln beschwert. Aber ich denke mir immer „sie wissen es nicht besser“ und es gibt immer jemanden der das ganze nochmal topt und den Vogel abschiesst. Traurig ist die Welt.

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  4. Ich würde immer sagen, dass es gar nicht weh getan hat 😉😂 und dann einfach auf die Tränen überleiten, die du beim ersten Anblick von BabyBitte in den Augen hattest. 😊
    Ich kenne mittlerweile einige Geburtsstorys… mit ner Freundin hab ich mich immer über die Schilderungen der Blutmengen lustig gemacht… als „knietief“😆 letztlich hatte sie selbst eine äußerst blutige Geburt und dachte wohl noch Währenddessen, dass das die kosmische Rache sei und konnte so darüber lachen. 😅

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  5. Ich finde es ja auch grundsätzlich absolut legitim sich über Geburtserlebnisse auszutauschen und bin auch echt nicht fies detaillierten Beschreibungen. Aber ungefragt von einer wildfremden Person muss das dann wirklich nicht sein😕

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  6. indijana schreibt:

    Ja es wird oft viel nach einer Geburt erzählt & ja es sind zum Teil wirklich traumatische Erfahrungen die eine Frau unter einer Geburt erlebt. Ich persönlich wundere mich immer wieder warum es anscheinend für viele ein Tabuthema ist, warum man sich dafür rechtfertig muss das man dieses Erlebnis in Erzählungen verarbeitet. Vielleicht ist es für die eine oder andere Frau sogar einfacher jemanden vermeintlich Fremden von der traumatisierenden Geburt zu erzählen als Freunden und Bekannten. Den ja es gibt diesen Druck von außen man soll sich gefälligst glücklich schätzen und ist doch alles gut gegangen! Diese Frauen wissen durchaus ihr Glück zu schätzen und ja sie sind heilfroh das alles gut gegangen ist. Aber trotzdem ist für viele die Geburt und der Umgang mit Ihnen unter der Geburt ein Trauma und es sollte Ihnen auch zustehen damit offen umzugehen.

    Ich kenne einige Menschen in meinem engeren Umfeld die auch Kinder adoptiert haben. Von einer Kollegin habe ich es kurz vor der Geburt meines Sohnes erfahren. Da gab es eine Runde von Frauen die mir alle etwas von ihrer Geburt erzählten und Sie berichtete dann von ihrer „Geburt“ als Sie Sonntags beim Bügeln den EINEN Anruf bekam. Sie berichtete wie Sie schnell alles besorgten und Nestbau im Turbogang durchlebte. Das war ein Teil ihres Geburtserlebnis in meinen Augen.

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    • Liebe Indijana, ich stimme Dir absolut zu. Ich finde es auch wichtig, dieses Erlebnis zu verarbeiten und bin grundsätzlich auch für einen offenen Umgang. Und ja, es ist sicher etwas Tolles ein Kind zur Welt zu bringen und man sollte sich glücklich schätzen, aber das bedeutet ja nicht, dass es nicht trotzdem schwierige bis traumatische Situationen geben kann.
      Für mich war einfach ausschlaggebend, dass diese wildfremde Frau mir ungefragt solche Dinge erzählt. Hätte mir eine Freundin diese Dinge erzählt, hätte ich überhaupt kein Problem damit gehabt oder Wenn wir wenigstens zuvor ein nettes Gespräch gehabt hätten, wäre es schon etwas anderes gewesen. Ich finde, sie hat eindeutig meine persönliche zwischenmenschliche Grenze überschritten. Das mag jeder anders empfinden, mir ging es in dem Moment zu weit und war mir viiiel zu viel Information.
      Vielleicht lag es auch mit daran, dass sie mir einfach alles in Allem auch extrem unsympathisch war😜
      Hab ein tolles Wochenende 😙

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  7. Daniela schreibt:

    Darf ich kurz einen Denkanstoß geben? Nach einer Geburt sind hormonell riesige Schwankungen, meist nach ein paar Tagen. Dass jemand da von seiner (offenbar) schweren Geburt distanzgemindert erzählt, ist vielleicht nicht „schön“… Für mich trotzdem verständlich. Ich verstehe deinen Punkt, nur es lässt sich trotzdem nicht vergleichen mit anderen Situationen, finde ich zumindest. Wochenbett ist / kann anstrengend sein, für alle. Und Kaiserschnitt-Geburten sowieso. Ich arbeite (als Psychologin) manchmal noch viele Jahre danach an diesem Erleben von Kontrollverlust und habe seit meinen eigenen Geburten einen großen, großen Respekt vor allen Frauen und ihren Geburtserlebnissen. Jedes ist es wert angehört zu werden (vielleicht nicht mit dem Zimmernachbarn) – aber es ist es wert. Liebe Grüße.

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    • Huhu Daniela, ja klar darfst Du😊 Das verstehe ich total und in der Regel bin ich da auch nicht sehr empfindlich…wie gesagt, wahrscheinlich war diese Erfahrung einfach eine Mischung von verschiedenen Aspekten, die Antipathie steht da wohl ganz weit vorne. 😁Ich habe absolutes Verständnis für Frauen in dieser Ausnahmesituation. Trotzdem finde ich, muss auch meine „Grenze“ gewahrt werden, traumatisches Erlebnis hin oder her…schließlich war ich ja nur die Zimmernachbarin und keine psychologische Fachkraft oder Freundin😳
      Vielleicht hab ich’s auch einfach ein bisschen drastisch geschrieben. In jedem Fall liegt mir ein Mutter-dissen absolut fern😊
      GLG

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