Der Schmerz des Andern

Wenn HerrBitte sich den kleinen Zeh stößt und jaulend auf einem Bein durchs Wohnzimmer hüpft, dann weiß ich zwar, wie weh das tut, kann mich aber was das Mitfühlen betrifft, ziemlich gut im Zaum halten ohne gleich mit dem Verbandskoffer (so was haben wir gar nicht) herbeizueilen und „Ooh, mein aaaaarmer Schatz“ zu kreischen.

Doch es gibt diesen Schmerz, den ich selber fühle, den ich körperlich spüre, im Herzen und im Bauch…der Schmerz ungewollt kinderlos zu sein. Wenn ich sehe, dass es HerrnBitte nicht gut geht, dass er traurig ist und unglücklich, dann ist es in der Regel mit dem „im Zaum halten“ vorbei. Das fühlt sich schlimmer an, als mein eigener Schmerz, der sich in solchen Momenten mit dazu mischt. Ich glaube, es ist die Hilflosigkeit und auch ein Funke Schuldgefühle, die es mir so schwer machen, das auszuhalten. Manchmal schaff ich es meinen eigenen Schmerz hinten an zu stellen und stark zu sein, aber die Hilflosigkeit bleibt. Was kann ich tun, damit es ihm besser geht? Wie gerne würde ich dann mit einem Verbandskoffer herbeieilen, spezielle Kügelchen und Tabletten parat haben, und ihm den Schmerz zu nehmen.

Ich könnte mich auch mit einem Koffer positiver Schwangerschaftstests oder einem Exemplar mit zuckersüßem Säugling zufrieden geben…ich denke, das könnte ebenfalls HerrnBittes (und meinem!!!) Wohlbefinden zuträglich sein. Hat vielleicht noch jemand so einen im Keller rumstehen?

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2 Gedanken zu “Der Schmerz des Andern

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