Die Feuerprobe

Vor vielen, vielen Jahren, ist nicht nur HerrBitte in mein Leben getreten, sondern mit ihm auch gleich (s)eine komplette Familie. Sobald zwischen uns klar war, dass es „etwas Festes“ war, war ich auch fester Bestandteil der neuen Familie. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und habe mich sofort sehr wohl gefühlt.

Meine Feuerprobe kam jedoch nach circa einem halben Jahr auf mich zu. Meine Schwiegermama feierte Geburtstag, während HerrBitte im College tausende Kilometer weit weg von mir weilte. Also stiefelte ich mit pochendem Herzen und schwitzigen Händen alleine zur Familienfeier. Dort traf ich das erste Mal auf SIE…Oma O. Alle saßen schon am Kaffeetisch als ich ankam. Ich stellte mich vor und begrüßte alle. „Uuuuuujeeeeejuuuuu“ tönte es plötzlich im besten schlesischen Dialekt„Was wiird woohl diiie aaaaaaaaarme (füge hier den Namen von HerrnBittes Ex Freundin ein) geeeraaade tun? Siie ist gaanz aallein.“ OMG! Mit meinen niedlichen zwanzig Jahren verharrte ich in Schockstarre…Ich hatte eine wunderbare Beziehung zerstört, nein, halt, eine ganz Familie war meinetwegen in die Brüche gegangen. Wie konnte ich das nur tun?! Kurz bevor ich beginnen konnte vor lauter Schuldgefühlen, mit einzustimmen in den Trauergesang, holten mich dann HerrBittes Cousinen in die Realität zurück und versicherten mir, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, die Oma sei eben so. Mein AnfangDreißiger-Ich hätte wahrscheinlich damals unverzüglich den Weg nach Hause angetreten oder mit Pantoffeln geworfen…

In all den Jahren habe ich jedoch gelernt, so gut es geht mit dieser Oma Marotte umzugehen und wenn ich auch nach 13 Jahren (!!!) manchmal noch mit „Dings“ angesprochen werde, sind mir die kleinen liebevollen Seiten der Oma O. nicht verborgen geblieben.

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12 Gedanken zu “Die Feuerprobe

  1. Ich musste jetzt doch schmunzeln 😉 Ich glaube ich wäre auch sofort wieder umgedreht.

    Die Oma von meinem Mann meinte nur mal zu ihm „ach du hast ja jetzt eine reiche Freundin da brauchst du mich (gemeint war ihr Geld) ja nicht mehr“ (ich Studentin ohne Einkommen, bloß meine Eltern haben ein Haus) Damit war die Oma für ihn Geschichte, denn es ging ja nie ums Geld sondern um sie. Er hat sie bis heute nicht mehr besucht, weil er so beleidigt war das sie das nur aufs finanzielle reduziert hat. Die Frage ist jetzt eher wer wen braucht.

    Ansonsten bin ich bei den meisten der Schwiegerfamilie erstmal kein vollwertiges Familienmitglied. Zum einen weil ich nicht aus der Gegend komme sondern 300km entfernt und aus dem bösen Internet. Dann klappte es mit Kindern nicht. Und ne Studierte ojeojeoje.

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  2. Witzig. Ich bin mit meinem Schwiegerpapa immer noch per Sie. Obwohl wir seit 3 Jahren mittlerweile verheiratet sind. Mit ist einmal aus Versehen das Du rausgerutscht, als er im Krankenhaus lag…ups. Gesagt hat er nichts. Bis heute nicht. Jetzt vermeide ich Anreden. Blöd oder? 😛

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      • Meine Schwiegermutter habe ich leider nicht kennen gelernt, sie ist vor einiger Zeit gestorben. Sie war aber wohl ein sehr herzlicher Mensch sagt mein Mann. Ich bin manchmal traurig, weil er sagt sie hätte es vielleicht geschafft, dass seine Familie einfach ein bisschen mehr „Familie“ ist.

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    • Ja, die Oma ist wirklich der Knaller. Aber sie ist einfach ein „spezieller“ Mensch, das hat, glaube ich, nichts mit mir zu tun.
      Alles in Allem hab ich großes Glück mit meiner Schwiegerfamilie👍🏻😊
      Puuuh, ich weiß gar nicht mehr genau, was HerrBitte dazu gesagt hat…wahrscheinlich hat er die Hände überm Kopf zusammengeschlagen😂
      LG

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  3. Ohje, da habe ich ja richtig Glück gehabt mit meiner Schwiegerfamilie!
    Auf jeden Fall mit meiner Schwiegermutter, die wirklich eine wunderbare Frau war. Aber ich konnte das gut nachempfinden, was Du, liebe FrauBitte geschrieben hast. Mir ging es trotz großartiger Schwiegermutter genauso, vor allem auf „gesellschaftlichen Events“, wo mein Mann nicht da war und ich alleine uns vertreten musste. Früher habe ich das alles mitgemacht, heute sage ich entweder ich komme nicht mit oder wenn wir schon gehen, dann habe ich die wunderbare Ausrede, früh gehen zu müssen, weil ja die Kinder ins Bett müssen….;-) (In den „Genuss“ wirst Du auch noch kommen, ich weiss es!)
    Spannend war auch das Verhalten hier in unserem Dorf, an das ich mich erinnerte beim Beitrag von „Wünsch dir was“: Vor unserer Hochzeit siezten mich alle hier. Kaum waren wir verheiratet, wurde ich überall im Ort geduzt.

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    • Huhu, neeeeeee, ich hab gaaaanz großes Glück mit meiner Schwiegerfamilie. Ich verstehe mich mit allen sehr gut und wurde von Anfang an super aufgenommen…nur die Oma ist eben „speziell“…aber auch mit ihr komme ich gut aus, man muss bloß einmal verstehen, wie sie tickt und darf vieles nicht so persönlich nehmen. Eigentlich kann ich sie mittlerweile sogar ganz gut leiden☺️
      Oh, so ein Dorfgeklüngel stell ich mir auch schwierig vor😳LG

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  4. Uiuiui, DAS könnte meine Oma sein! Bei uns ist das genau anders herum. Seine komplette Familie hat mich mit offenen Armen empfangen.
    Während meine Familie schon distanzierter ist. Vor allem die Oma. Ganz schlimm. Da habe ich heute noch riesen Probleme, weil ich mir auch immer alles zu Herzen nehme und sie sogar zu mir so ist. Sie stellt mich liebend gerne vor der ganzen Family bloss. Das Alter macht sie sogar noch schlimmer. Leider. Mich macht das immer fertig, während mein Mann ganz gelassen ist und die spitzen Bemerkungen „überhört“. Ich kann das nicht auf mir sitzen lassen…

    LG

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