Der Hausbesuch…vierter Akt!

Das war er nun…

…der Hausbesuch. All die Aufregung, die Anspannung, das Gedankenkino für…, ja wofür denn eigentlich? Für ein offenes und tiefgreifendes, aber auch entspanntes Gespräch und für zwei wirklich nette Jugendamtsmitarbeiterinnen. Für neue Erkenntnisse und Gedanken zu unserer Geschichte und Herkunft. Und für Anregungen und Ideen zum Umgang mit einem nicht leiblichen Kind. Aber auch für eine ausgesprochen saubere Wohnung (HerrBitte und ich haben den kompletten Tag zuvor gewischt, geputzt und geschrubbt.).

Wie zu erwarten war, habe ich mir all die Gedanken umsonst gemacht und damit ihr Euch auch davon überzeugen könnt, kommt hier der vierte Akt vom Hausbesuch…diesmal tatsächlich so passiert:

Der Wecker klingelt und nicht nur HerrBitte (wie sonst üblich), sondern diesmal auch ich, springen sofort aus dem Bett, um uns fertig zu machen. Schnell geduscht, angezogen, Zähne geputzt, die Räume noch mal gecheckt…ist noch alles sauber? Liegt noch irgendwas rum? (Kein Mafiosi-Zigarettenqualm, eher frische Luft!). Ich versuche etwas zu essen, aber irgendwie kriege ich nichts so richtig runter. Eine viertel Stunde vor der Zeit sind wir fertig. Jetzt können wir uns nicht mehr ablenken mit Putzen, Anziehen, Essen oder anderem Kram, wir sitzen und warten. Meine Aufregung ist jetzt wirklich groß, HerrBitte hingegen ist „nur ein bisschen aufgeregt“.

„Klingelingeling“, drei Minuten nach verabredeter Zeit klingeln die Jugendamtsmitarbeiterinnen. HerrBitte und ich stehen in der Tür, um sie zu begrüßen (kein Kostümchen, keine Hochsteckfrisur!). Als ich die zwei Frauen dann bei uns im Flur stehen sehe, habe ich ein bisschen Pipi in den Augen…das ist Aufregung gemischt mit Ergriffenheit (die sind wirklich jetzt hier…wieder ein Stück weiter auf unserem Weg!). Ich hoffe, das wird nicht bemerkt…total die Sentimentale am Start, oh je!

Wir setzen uns an den Küchentisch und beginnen über unsere Lebensläufe zu sprechen. HerrBitte und ich haben schon vorgearbeitet und ganz laienhaft unsere Stammbäume aufgezeichnet. Manchmal wird eine Frage gestellt, wir erzählen viel von uns, unseren Familien, wie wir aufgewachsen sind, wer uns bisher so begleitet hat. Aber auch viel von den Beziehungen unserer Familienmitglieder untereinander und von Konflikten, die es innerhalb der Familien gibt. Zum Einen geht es glaub ich darum, uns insgesamt besser kennenzulernen. Zum Anderen aber auch darum, mögliche Schwierigkeiten bei der Aufnahme eines Adoptivkindes zu erkennen und zu vermeiden. Gibt es beispielsweise bestimmte psychische Erkrankungen bei Familienmitgliedern, mit denen man nicht umgehen kann und/oder will, so wird natürlich versucht zu vermeiden, dass ein Kind vermittelt wird, das ebendiese Erkrankungen in seiner Herkunftsfamilie aufweist. Einfach um Konfliktpotential zu umgehen. Andererseits ist es vielleicht einfacher für ein Adoptivelternpaar sich in die Ursprungsfamilie des Adoptivkindes hineinzufühlen, wenn es selber bestimmte Familienkonstellationen und einhergehend damit bestimmte Konflikte erlebt hat. Es wird also versucht herauszufinden, welches Kind zu uns und in unsere Familie passen würde.

Alles in allem ist es ein rundes und gutes Gespräch (kein klingelndes und aufgelöstes Elternpaar mit Kindern!). Gegen Ende zeigen wir unsere Räumlichkeiten und führen noch ein wenig small-talk (ohne Dollarscheine!).

High-Five mit HerrnBitte als die Zwei dann zur Türe raus sind. Die Anspannung fällt ab und wir sind erleichtert und ko und ein bisschen zuversichtlich…

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6 Gedanken zu “Der Hausbesuch…vierter Akt!

    • Liebe Mamafür4,

      vielen Dank für Deine Wünsche:)
      Wieviele Pflegekinder leben bei Euch? Und seit wann?
      Ich habe gerade bei Dir ein bisschen quer gelesen und gesehen, dass Du gerade
      eine ziemlich schwere Zeit durchstehst. Ich schicke Dir viel Kraft und alle besten Wünsche!!!!
      Ganz liebe Grüße,
      FrauBitte

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  1. Ich glaube ich wäre auch super aufgeregt!
    Habe gerade deinen Blog entdeckt und ein bisschen gelesen. Eine aufregende Zeit irgendwie, bei der man doch zum größten Teil nur abwarten kann.
    Ich drück euch die Daumen.

    Kennst du den Blog von verdinkst? Musst du mal googlen. Die haben ein kleines Mädchen von Geburt an adoptieren dürfen.

    Lg
    Kaya

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    • Liebe Kaya,

      Du hast total recht…die Zeit ist wirklich ziemlich aufregend. Aber so ein bisschen Aufregung und Turbulenzen sind wir ja aus der KiWubehandlungszeit gewohnt…fast sind wir schon Profis.
      Ich denke, die Wartezeit ist in beiden Situationen immer das Doofe…wenn man dann wirklich nichts mehr machen kann als warten. Aber HerrBitte und ich haben hierfür schon ein paar Ideen gesammelt (dazu bald mehr) 🙂
      Ich danke Dir sehr für’s Daumendrücken!
      Ja, den Blog kennen ich, der ist super. Trotzdem danke für den Tipp!
      Ich wünsche Dir ein tolles Wochenende,
      GLG FrauBitte

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  2. Das ist ja schön, dass es bei euch so super gelaufen ist! Bei uns kommen sie morgen. Ich bin soooo gespannt und hoffe, nichts falsches zu machen oder zu sagen.
    Wir haben heute auch schon alles geschrubbt, gesaugt und auf hochglanz gebracht. Morgen wird noch gewischt, da die Katzen heute noch genug Dreck hinein bringen.

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    • Haha, die Putzerei scheint irgendwie dazuzugehören:)
      Glaube, es ist ganz normal, dass man aufgeregt ist…bestimmt legt sich das, sobald
      sie da sind.
      Drücke Euch die Daumen und bin gespannt, was Du berichtest!
      LG, FrauBitte

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